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Das Ei – das hochwertigste Nahrungsmittel


Die Mär von der «Cholesterinbombe»


Die Fakten:
Das Cholesterin als Risikofaktor für Herz- und Kreislaufstörungen hat das Ei in Verruf gebracht – zu Unrecht, wie wir heute wissen. Cholesterin ist nämlich eine lebenswichtige Substanz, die vom menschlichen Körper selber hergestellt und bei Überschuss ausgeschieden wird. Im
Gegensatz zur Diabetes und dem Problem des Blutzucker-
gehalts besteht beim gesunden Menschen ohne Stoffwechselstörungen kein Zusammenhang zwischen dem Cholesteringehalt im Blut und dessen Ernährungsgewohn-
heiten. Im Gegenteil, neueste Untersuchungen weisen darauf hin, dass Eier den Cholesterinspiegel möglicherweise sogar senken. Empirische Untersuchungen haben ergeben, dass das Krebs- und Hirnschlagrisiko bei niedrigen Cholesterinwerten zunimmt.
Der Wissenschafter:
Der US-Biochemiker und Nobelpreisträger Linus Pauling zum Eierkonsum: «Ich bin der Meinung, dass das Ei ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel ist und dass ein Ei pro Tag, oder auch mal mehrere, der Gesundheit förderlich ist.»
Die Forschung:
Vorurteile sind schwer auszurotten, doch manchmal besteht Grund zur Hoffnung: Eine wissenschaftliche Studie 1) der amerikanischen Kansas State University hat ergeben, dass das im Ei enthaltene Lecithin die Aufnahme des Cholesterins im Darm senkt, dass Cholesterinbedenken in Bezug auf den Konsum von Eiern somit unbegründet sind.
Das Ausland (Österreich):
Cholesterin? Von wegen! Tatsächlich hat die Zufuhr von Cholesterin mit der Nahrung bei den meisten Menschen kaum Einfluss auf den Serumcholesterin-Spiegel. Das ist in den letzten Jahren in zahlreichen wissenschaftlichen Studien unter strengen Versuchsbedingungen bewiesen worden. Gesunde Menschen können durchschnittlich nur 50 Prozent des Nahrungscholesterins über den Darm aufnehmen. Der Rest wird ausgeschieden. Zusätzlich stellt der gesunde Körper weniger Cholesterin in seinen Zellen her, wenn entsprechend mehr über die Nahrung angeboten wird.
1) Quelle: Egg Phosphatidylcholine Decrease the Lymphatic
Absorption of Cholesterol in Rats, Yongzhi Jian, Sang K. Noh und Sung I. Koo, Department of Human Nutrition, Kansas State
University, Manhattan, Kansas, USA
Beachtenswert sind die Ergebnisse zahlreicher Langzeitbeobachtungsstudien, die weltweit in den letzten 30 Jahren durchgeführt wurden: Nicht eine einzige konnte für den Konsum von Eiern ein erhöhtes Risiko für Herzkreislauf-Krankheiten belegen. Ebenso konnte kein Langzeitexperiment mit so genannter cholesterinsenkender Kost den Herztod verhüten oder das Leben verlängern.
Dr. Stephan Mikinovic, Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH.
Die Ernährungswissenschaft:
Das Ei ist unser hochwertigster Eiweisslieferant. Es enthält alle essenziellen lebenswichtigen Aminosäuren (Eiweissbausteine) in idealem Verhältnis. In einem einzigen Ei stecken rund zehn Prozent unseres täglichen Protein- und Mineralstoffbedarfs sowie ein Viertel unserer notwendigen Tagesration an Vitamin A und D. Auf Grund des enormen Gehaltes an Lezithin und Cholin macht das Frühstücksei rege. Cholin, Baustein des Lezithins, aktiviert die «kleinen grauen Zellen». Als so genannter Neurotransmitter sorgt es in unserem Gehirn für eine reibungslose Nachrichten- und Informationsübertragung und verbessert deutlich die Lernfähigkeit und das Erinnerungsvermögen.
Selbst wenn Sie zuviel Cholesterin im Blut haben, sollten Sie keineswegs beim Ei mit dem Cholesterinsparen anfangen. Eier erhöhen gar nicht den Cholesterinspiegel. Im Gegenteil. Es liegen inzwischen mehrere wissenschaftlich fundierte Untersuchungen aus verschiedenen Ländern vor, die alle zeigen, dass Eier den Cholesterinspiegel nicht ungünstig beeinflussen. Das in Eiern vorkommende Lezithin ist sogar in der Lage, einen zu hohen Cholesterinspiegel zu senken. Lezithin neutralisiert das schädliche Cholesterin, wirkt gezielt gefährlichen Ablagerungen an den Gefässwänden entgegen und ist somit ein Schutz-stoff gegen die Verfettung und Verhärtung der Arterien.
Rita Maidl, Fachjournalistin für Ernährungswissenschaft, in
«Bolero» vom April 1991

 

 

 

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